Was ist Wing Chun?



Das Selbstverteidigungssystem Wing Chun ist eine ca. 400 Jahre alte Kampfkunst, die in China entwickelt wurde.

Wing Chun lehrt die Kunst der Selbstverteidigung ohne Kraft, denn die Kraft des Angreifers wird aufgenommen und an ihn zurück gegeben.

effektiv - schnell - konsequent                           


Legende des Wing Chun


Es gibt eine Legende, derer nach eine Nonne Namens Ng`Mui im Süden Chinas als eine der fünf Älteren des Klosters flüchten konnte, als Manchu Soldaten das Kloster, in dem sie lebte, niederbrannten. Die Flucht führte Ng`Mui immer weiter in den Norden, wo sie im Weißer Kranich Tempel am Tai Leung Berg unterkam.
 

Ng`Mui wollte nun eine Kampfkunst entwickeln, welche die Lücken anderer Systeme ausnutzen sollte. Der Legende nach soll Ng`Mui zwei Tiere beobachtet haben, aus deren Kampfsystem sie etwas schuf, was auf den Menschen anwendbar und für den Menschen umsetzbar war. Hiermit wird unter anderem die Ausrichtung zum Gegenüber impliziert. Eine immerwährende zentrale Ausrichtung zum Angreifer hat Ng`Mui beim Beobachten des angreifenden Fuchs und den sich gegen ihn verteitigenden Kranich beobachtet und somit konnte Ng`Mui ein System entwickeln, das die Lücken anderer Kung Fu Systeme ausnutzen konnte, derer sie sich erwehren musste.


Das "Wing Chun" hatte zunächst keinen Namen, sondern bekam ihn erst durch eine Frau Namens Jim Wing Chun, der Tochter des Kaufmanns Yim Lee. Es soll sich zugetragen haben, dass die Nonne Ng`Mui die Kaufmannstochter Jim Wing Chun 2-3 Jahre unterrichtete, weil Jim Wing Chun sich gegen einen aufdringlichen und sie zum Kampf herausfordernden Mann Namens Wong erwehren musste. Diesen soll Jim Wing Chun besiegt haben und hat schließlich ihren Verlobten, einen Meister der Kampfkunst Namens Leung Bok Chau,  geheiratet. Erst Leung Bok Chau gab dem Kampfsystem, das die Nonne Ng`Mui entwickelt hatte, zu Ehren seiner Frau den Namen "Wing Chun". Denn wann immer er mit seiner Frau Jim Wing Chun kämpfte, soll sie ihm überlegen gewesen sein.


WING CHUN, Philosophie

Die Grundlage des Wing Chun ist die chinesische Philosophie von Yin und Yang, dem Paar der sich wechsel-seitig ergänzenden Kräfte, die ununterbrochen und ohne Stillstand in und um uns herum wirken.

Die dunkle Hälfte wird Yin genannt. Die dunkle Hälfte stellt das Passive, den weiblichen Aspekt dar. Der helle Teil heißt Yang. Er ist das Aktive und stellt den männlichen Aspekt dar, der den Kreis vervollständigt. In jeder Hälfte des Kreises findet sich ein kleiner Anteil des anderen Aspektes. Die gegensätzlichen Prinzipien des Yin und Yang bilden durch diese Form der Darstellung in einem Kreis eine sich ergänzende Einheit. Diese Einheit kann nur durch die Harmonie der beiden Prinzipien existieren. Entsteht ein Ungleichgewicht des einen Anteils, reagieren beide Teile sofort, die Ausgewogenheit wird wieder hergestellt. Bei extremen Veränderungen zerbricht die Einheit zu Gunsten des einen oder anderen Teils und die Einheit ist zerstört, eine neue Beziehung zwischen Yin und Yang muss gebildet werden.

Diese philosophische Anschauung kann auf das Leben, sowie in den Kampfkünsten angewendet werden, wobei sie im Wing Chun eine besondere Ausprägung besitzt.



 Foto: A.W. 2013